| | | Max Frischs "Homo Faber" |
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Max Frisch
Max Frisch, der Autor des Romans "Homo Faber" wurde am 15. Mai 1911 als Sohn eines Architekten in Zürich geboren. Nach seiner Schulzeit auf dem Realgymnasium beginnt er in Zürich 1931 ein Germanistikstudium, das er jedoch 1933 abbricht. Daraufhin wird Max Frisch freier Journalist, reist anschließend in den Balkan und erkennt dort seine Liebe zum Reisen.
1936 beschließt er den Beruf seines Vaters zu übernehmen und vollendet 1941 sein Architekturstudium.
1942 eröffnet er schließlich ein Architekturbüro in Zürich. Diesem Beruf kommt er jedoch kaum nach, denn schon während seinem Militärdienst während des zweiten Weltkriegs wird er immer mehr schriftstellerisch tätig.
1946 beginnt er wieder die Welt durch Reisen zu erforschen und kommt in viele Länder wie D, It, Fr, Pol, Tschechoslowakei, USA, Mexiko, Kuba, Arabien, Israel, UdSSR, in viele sogar mehrfach.
Die Liebe zum Reisen ist auch die Eigenschaft, die Max Frisch und Walter Faber, den Hauptcharakter von "Homo Faber" verbindet. Frischs Werke sind oft durch seine Reisen beeinflußt. So entsteht auch der Roman Homo Faber, der teilweise in Mittelamerika spielt, 1957 kurz nach seiner Amerikareise im Jahr 56.
Neben Homo Faber schaffte Max Frisch auch noch viele andere bedeutende Werke, die wohl bekanntesten sind "Biedermann und die Brandstifter" (1958) und "Stiller" (1954).
Für seine zahlreichen Werke bekam Frisch beinahe ebenso viele Preise, wie zum Beispiel den Georg-Büchner-Preis, einen Dr. h.c. an der Universität in Marburg, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und viele andere.
Nach vielen Reisen und einigen Wohnsitzwechseln landete Max Frisch schließlich wieder in Zürich, wo er am 4.4.1991 verstarb. |
Homo Faber
Den Roman "Homo Faber" schrieb Frisch 1957. Er handelt von der schicksalhaften Reise Walter Fabers um die halbe Welt, dessen Kernpunkt die Liebesaffäre zu einer jungen Frau ist, die sich später als seine Tochter entpuppt.
Diese Reise beginnt Walter Faber in New York, von wo aus er nach einem Streit mit seiner Freundin Ivy eine Geschäftsreise mit dem Flugzeug in Richtung Venezuela startet. Im Flugzeug trifft der gebürtige Schweizer auf einen Deutschen namens Herbert, der so nervt, daß er bei einem Zwischenstop in New Orleans vergeblich versucht den Weiterflug zu Verpassen. So muss Faber miterleben, wie über dem Golf von Mexiko einer von vier Propellern ausfällt. Dennoch entschließt man sich zum Weiterflug nach Mexico-City. Nach einem zweiten Motorschaden muß das Flugzeug in der Wüste notlanden. Während Faber dort zusammen mit den anderen Insassen tagelang auf die Rettung wartet, erfährt er von Herbert, daß dieser der Bruder seines alten Freundes Joachim ist. Nach einigen Tagen in der Wüste beschließt Joachim gemeinsam mit Herbert auf einer Tabakplantage in Guatemala zu besuchen, bevor er zu seiner Montage in Venezuela weiterreist. Die Reise dorthin erweist sich als äußerst langwierig. Erst müssen die beiden fast eine Woche in Campeche auf den Zug warten, nach einer langen Fahrt mit diesem versuchen sie in dem kleinen Dorf Palenque einen Jeep zur Weiterfahrt zu organisieren. Nach einigen Tagen in der schwülen Hitze hilft ihnen ein Amerikaner, der Maya Ruinen besichtigt, den Jeep zu bekommen und fährt mit ihnen zu den Plantagen. Dort angekommen müssen sie feststellen, daß Fabers alter Freund Joachim sich erhängt hat. Faber der ein begeisterter Filmer ist, nimmt auch das mit seiner Kamera auf. Herbert beschließt trotz allem alleine mit den Indios auf der Plantage zu bleiben, während Faber nach Venezuela weiterreist. Dort angekommen erfährt er, daß die Turbinen, die er montieren soll, noch nicht montagefertig sind. Schließlich fliegt er zurück nach New York, wo Ivy, die die Trennung noch nicht wahrhaben will, versucht ihn zurückzugewinnen. Um nicht solange mit Ivy zusammen zu sein beschließt Faber, nicht mit dem Schiff sondern mit dem Flugzeug zu seinen Konferenzen in Europa zu reisen. Auf dem Schiff lernt Faber ein hübsches, für ihn viel zu junges Mädchen namens Sabeth kennen, daß zuerst kein Interesse an ihm zu haben scheint. Schließlich schafft er aber es doch mit ihr zusammenzukommen und bemerkt dabei eine Ähnlichkeit mit seiner früheren Freundin Hanna.
An dieser Stelle gibt es einen Rückblick: Faber lernte Hanna vor dem zweiten Weltkrieg in Zürich kennen. Am selben Tag, an dem Faber von einem neuen Job in Bagdad erfuhr, eröffnete ihm Hanna, daß sie von ihm schwanger sei. Gemeinsam diskutieren sie über eine Abtreibung und erkennen beide, daß gerade in dieser Zeit ein Kind für die Halbjüdin Hanna schwierig wäre. Sie entschließen sich für eine Abtreibung, obwohl Faber Hanna angeboten hatte, sie zur heiraten. Da er damals dringend nach Bagdad abreisen mußte, sagte er Hanna, sie solle sich wegen der Abtreibung an dessen Freund Achim wenden.
Durch Herbert hat Faber inzwischen erfahren, daß Hanna Joachim geheiratet hatte.
Im Laufe der Überfahrt nach Europa entsteht zwischen Faber und Sabeth eine enge Freundschaft. Am letzten Tag der Fahrt, macht Faber in der Nacht an Deck Sabeth einen Heiratsantrag, bekommt von ihr aber keine Antwort.
Faber fährt nun getrennt von Sabeth nach Paris, um an seinen Konferenzen teilzunehmen. Da er weiß, daß Sabeth in Paris den Louvre besichtigen will, hält er sich dort tagelang auf, um sie wieder zu sehen. Dies gelingt ihm und so verabreden sich die beiden in der Oper. Faber erfährt von Sabeth, daß sie über Italien nach Athen zu ihrer Mutter trampen will und beschließt, weil er sich deshalb Sorgen macht, Sabeth zu fahren.
In Avignon erleben die beiden während einer Mondfinsternis eine Liebesnacht.
Die Reise führt sie dann weiter durch viele italienische Städte, in denen Sabeth Kirchen und Museen besichtigt, was Faber trotz seiner Abneigung gegenüber der Kunst duldet.
An einem Grabhügel an der Via Appia erfährt Faber, daß Sabeth die Tochter seiner früheren Freundin Hanna ist, und macht sich Gedanken über eine weitere Beziehung mit Sabeth.
Schließlich gelangen er und Sabeth per Schiff nach Korinth. Da sie dort kein Zimmer mehr bekommen, beschließen sie durch die Nacht zu wandern. Dabei wetteifern sie, wer Gegenstände und Eindrücke besser beschreiben kann. Irgendwann legen sie sich an einen Strand zum Schlafen. Am nächsten morgen als Faber im Meer badet, wird Sabeth von einer Schlange gebissen und rennt wie wild umher. Als Faber ihr zu Hilfe eilen will, erschrickt Sabeth, weil er nackt ist und stürzt kopfüber über ein Böschung. Faber schafft es von einem LKW mit der bewußtlosen Sabeth nach Athen ins Krankenhaus gebracht zu werden.
Als Faber dort aufwacht trifft er seine alte Freundin Hanna wieder, die um ihr Kind besorgt aber nicht böse auf Faber ist. Sabeth wird ein Serum gegen das Schlangengift verabreicht, die Ärzte sagen, daß sie durchkommen wird. |
An dieser Stelle beginnt der zweite Teil des Buchs.
Faber darf bei Hanna wohnen, solange Sabeth im Krankenhaus ist. Faber und Hanna fahren zum Strand, um die zurückgelassenen Sachen zu haben. Dort sagt sie ihm, dass er Sabeth's Vater ist. Als sie zurückkommen, ist Sabeth an einem nicht erkannten Schädelbasisbruch gestorben, den sie sich beim Sturz über die Böschung zugezogen hat. Hanna ist wütend und schlägt auf Faber ein.
Faber muss geschäftlich wieder weg und reist zuerst nach New York. Ivy, die sich um seine Wohnung kümmern sollte, ist nicht auffindbar und Faber kommt daher nicht in seine Wohnung. Er beschließt nochmals zur Plantage zu reisen und hilft dort Herbert, den Wagen zu reparieren. Schließlich reist er nach Caracas. Aufgrund seiner Magenschmerzen kann er bei der Montage der Turbinen aber nicht mithelfen. So schreibt er dort seine bisherigen Erlebnisse, also den ersten Teil des Romans, auf. Faber will nicht nochmals nach New York und fliegt deshalb über Cuba, wo er einige Tage lang in Habanna an der berühmten Straße "El Prado" die Schönheit des Landes und der Leute genießt. Er überlegt sich, daß er nie wieder in das eigentlich häßliche Amerika will.
Anschließend fliegt er nach Düsseldorf, um dort der Tabakfirma die Filme von der Plantage vorzuführen. Als er beim Suchen der richtigen Spule aber die Aufnahmen von Sabeth sieht, lässt er den Vorführer mit der Spule allein. Faber fliegt dann nach Athen, wo er sich wegen seiner Magenschmerzen untersuchen lässt und erfährt, dass er Magenkrebs hat.
Er soll deswegen im Krankenhaus operiert werden. Während er auf die Operation wartet, schreibt er die zweite Station seiner Reise und denkt auch über Hannas Jugend nach. In den letzten Stunden vor der Operation schreibt er noch sein Testament, dann wird er in den OP geholt. |
Der Name des Romans "Homo Faber" hat Max Frisch vom Wiener Psychologen Victor Frankl. Dieser unterscheidet bei der Suche nach dem Sinn des Lebens 3 Bereiche des Menschen:
Die Genussfähigleit (homo amans),
die Leidensfähigkeit (homo patiens) und
die Arbeitsfähigkeit (homo faber).
Bei diesen 3 Bereichen, gibt es jeweils zwei Extreme. Bei Walter Faber ist nur der Bereich des homo faber, also der Arbeitsfähigkeit, ausgeprägt. Denn während ihn die Schönheit der Natur, also der Genuss, oder der Tod seiner Tochte, das Leiden ziemlich unberührt lässt, steht für ihn die Arbeit im Mittelpunkt des Lebens. Er trägt seinen Namen also zurecht.
Im Roman wird der Name damit erklärt, dass Hanna Walter früher immer "homo faber" nannte.
Dass Faber nur Technik im Kopf hat, sieht man auch bei dem nächtlichen Spaziergang mit Sabeth in der Gegend von Korinth. Während Sabeth immer schöne romantische Vergleiche findet, vergleicht Faber die Natur immer mit Dingen aus seinem Arbeitsgebiet. |
Erzählstruktur
[Im Referat folgte noch ein kurzes Kapitel über die Erzählstruktur, dass jedoch frei gehalten wurde. Hier ein paar Stichpunkte:]
Vorausblicke (z.B. Andeutung, dass Sabeth Tochter ist)
Rückblenden:
- Zeit während Freundschaft mit Hanna
- Zeit während Reise
wirkt real, da Tagebuchstil und Erzählung von Aufzeichnung der Erlebnisse
(Ende vor OP => Tod Fabers?)
eigtl. mehrere Geschichten:
- Reise zu Joachim
- Liebesgeschichte mit Sabeth
- 2. Station (Reise zu Montage) |
Datum: Anfang 2000 Fach: Deutsch Jahrgangsstufe: K13 (Gymnasium) Schule: Heinrich-Heine-Gymnasium, München Punkte: 11 (Note: 2)
| © Copyright 1998-2009 by Klaus Fangmann, www.retira.de Alle Rechte vorbehalten! | |
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