| Messestadt München |
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Entstehung
Am 16.5.92 wurde der alte Münchner Flughafen in Riem geschlossen. Zur selben Zeit wurde schon an den Plänen gearbeitet, die Münchner Messe dorthin zu verlegen und dort zusätzlich noch ein Wohn- und Gewerbegebiet zu errichten. Nachdem fast alle Flughafengebäude abgerissen, Landebahnen, Rollwege und Stellplätze für Flugzeuge abgetragen und Unmengen an Schutt verschoben worden waren, konnte endlich mit dem eigentlichen Bau begonnen werden.
(Mittlerweile ist die Neue Messe fertig, auch der Bau der Wohn- und Gewerbegebiete ist nahezu abgeschlossen.) |
Messegelände
Die Neue Messe sollte vor allem größer, moderner und besucherfreundlicher als die alte werden. Sie besitzt 140000 m² Ausstellungsfläche in den Hallen und 280000m² Freifläche und ist somit genauso groß wie das alte Messegelände an der Theresienhöhe. Nach Fertigstellung des 2. Bauabschnitts soll es um 40% größer werden. Daß sie moderner ist, zeigt sich z.B. an ihrem Aussehen und an der freitragenden Decke über den großen Hallen (11000m²), die ausstellungsfeindliche Säulen unnötig macht. Besucherfreundlich sind die kurzen Wege zwischen den einzelnen Hallen und die Förderbänder, mit denen man lange Wege bequem überwinden kann. Das Messegelände wurde auch kunstvoller gestaltet z.B. mit Hilfe zweier unscheinbaren Glaskästen die im groß angelegten Messesee am Eingang West neben mehreren Fontänen stehen. Im einen werden 40 Alpenberge dargestellt, im anderen repräsentieren blaue Linien 12 große Flüsse. Der Messeturm ist das erklärte Zeichen der Neuen Messe München. Er ist 87m hoch und Träger eines Lichtkunstwerks mit über einer Million Lämpchen. Außerdem stehen in der Messestadt noch 2 Fossilien aus der Flughafenzeit, nämlich der Tower und der Wappensaal. Ebenfalls auf dem Messegelände befindet sich das Internationale Congress Centrum München, das Tagungssäle von 20-3000 Plätzen für insgesamt 6500 Personen umfaßt. Im Messehaus befindet sich nicht nur die Verwaltung der MMI, sondern auch externe Betriebe, wie z.B. der Bewachungsdienst und das Arbeitsamt Messe. Insgesamt sollen auf dem neuen Messegelände jährlich über 30 Messen und viele kleinere Veranstaltungen stattfinden. |
Verkehrserschließung
Bei so vielen großen Messen, wie z.B. C-B-R, Bauma, IHM und Heim und Handwerk, ist natürlich eine gute Verkehrsanbindung notwendig um den Gästen eine reibungslose Anfahrt zu gewährleisten. Um Staus zu vermeiden, wurden an der A94, die in der Nähe den Autobahnring A99 kreuzt, zu der bereits vorhandenen zwei neue Abfahrten gebaut und auf dieser und auf den Zufahrtsstraßen zu den Messeparkplätzen ein Verkehrsleitsystem angelegt. Für die Besucher stehen 8000 permanente und bedarfsweise zusätzlich weitere 5000 Parkplätze zur Verfügung. Taxistandplätze sind an allen Haupteingängen eingerichtet. Ein umweltfreundlicherer Weg um zur Messe zu gelangen, sind die Nahverkehrsmittel. Die bereits im Bau befindliche U2-Linie zu den U-Bahnhöfen Messestadt West- und Ost soll nach der durch das Truderinger Busunglück verursachten Bauverzögerung Mitte 1999 in Betrieb gehen. Um die MVV-Fahrgäste trotzdem zur Messe bringen zu können fahren derzeit Busshuttles vom S-Bahnhof Riem zur Messe. Außerhalb der Messezeiten besteht auch eine gute Busanbindung zur Messe durch die Linien 91 und 38. Damit die Busse nicht in den Staus steckenbleiben, die trotz allen Maßnahmen entstehen, wurde auf den Straßen eine eigene Busspur eingerichtet. Wohlhabendere Gäste können übrigens auch mit dem Hubschrauber anreisen. Ein großräumiges Rad- und Fußwegnetz soll ebenfalls durch die gesamte Messestadt angelegt werden. |
Umweltschutz und -schonung
Sozusagen als Ausgleich gegenüber dem hohen Verkehrsaufkommen und Energieverbrauch wurde beim Bau der Messe viel Geld in das Wohl unserer Umwelt investiert. Beispiele dafür sind: 17% Grünflächenanteil des gesamten Messegeländes, das sind 125000m², begrünte Außenwände der Hallen, ca. 25000m² Dachbegrünung und das Atrium, die "Erholungsoase" der Messe, das sich zwischen den 14 Hallen befindet. Weiterhin finden sich Regenwasserversickerung, Regenwassernutzung für den Messesee, ein Erdgasblockheizkraftwerk, Wertstofftrennung [=Mülltrennung] und die weltgrößte Photovoltaikanlage, [das sind Solarzellen, die Strom erzeugen,] mit einer Spitzenleistung von rund 1MW. |
Wohngebiet
In der Messestadt soll außerdem ein großes Wohngebiet mit ca. 7500 Wohnungen für 16000 Leute entstehen. Für Wohnungen sind natürlich auch Parkplätze nötig. Damit durch diese nicht noch mehr Freifläche verlorengeht, sollen zu den Wohnungen zentrale Tiefgaragen gebaut werden. Weil die Wohngebiete kinder- und umweltfreundlich werden sollen werden viele Grünflächen und Spielplätze in die Planung mit einbezogen. |
Dienstleistung und Gewerbegebiet
Auch an Dienstleistungsgewerben soll es nicht fehlen. So entstehen zahlreiche Kindergärten und eine große Grund- und Hauptschule, an der bereits im Schuljahr 98/99 unterrichtet werden soll. Ebenso soll es Gaststätten und andere in einem großen Wohngebiet notwendigen Dienstleistungsgewerbe in ausreichender Anzahl geben. Neben vereinzelten Läden wird es auch ein Einkaufszentrum mit rund 30000 m² Ladenfläche geben.
Auch Gewerbefläche von rund 413000m² wird in den vier Gewerbegebieten vorhanden sein. Dort werden sich kleine Industriebetriebe, Werkstätten, natürlich auch große Geschäfte und andere Betriebe ansiedeln können. Die neue Feuerwache liegt inmitten diesem Gebiet und ist - als einziges außer dem Messegelände und der Schule- bereits jetzt fertig.
Insgesamt werden in der Messestadt ca. 13000 neue Arbeitsplätze entstehen. |
Natur und Erholung
In der Messestadt ist für Natur gesorgt: In Wohngebieten sind gut begrünte Innenhöfe geplant, an allen Straßen werden reichlich Bäume gepflanzt. Damit man ganz vergessen kann, daß man sich in der Stadt befindet und sich von der städtischen Reizüberflutung im Alltag, wie Streß, Lärm und Gestank erholen kann ist ein großer Park in Planung, der rund ein Drittel der Fläche, die für die Planung der Messestadt zur Verfügung stand einnimmt. Auf einer Fläche von 200 ha soll neben Grünflächen und Bäumen, teils als Wälder angelegt, unter anderem ein großer Badesee entstehen. In diesen Park wurde auch die alte Zuschauertribüne des Flughafens mit eingearbeitet. |
Datum: Mitte 1998 Fach: Erdkunde Jahrgangsstufe: 11 (Gymnasium) Schule: Heinrich-Heine-Gymnasium, München Note: 1
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